Schnellzuglokomotive 18 478


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Lokomotivdaten - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Bezeichnungen und Eigentümer:

1914-1925: S 3/6 "3673" (KBayStB)

1925-1959: 18 478 (DRB,DB)

1959-1966: 18 478 (Privateigentum [Serge Lory], Lindau)

1966-1981: 18 478 (Privateigentum [Serge Lory], Frauenfeld in der SBB Remise)

1981-1992: 18 478 (Privateigentum [Christoph Oswald], Frauenfeld in der SBB Remise)

1992-1993: 18 478 (Privateigentum [Alby Glatt], Frauenfeld in der SBB Remise)

seit 1993: 18 478 (BEM - Bayerisches Eisenbahnmuseum e.V., Nördlingen)

seit 2009: 90 80 0018 478-2 D-BYB (BEM, Nummer im nationalen Fahrzeugregister)

Hersteller:

J.A. Maffei (München), Baujahr: 1918, Fabriknummer: 4536

Verzeichnis der eingebauten Kessel:

seit 1944: J.A. Maffei (München), Baujahr: 1917, Fabriknummer: 4520

(seit 1944, von Lok 18 462)

Verzeichnis der gekuppelten Tender:

seit 19xx: J.A. Maffei (München), Baujahr: 1918, Fabriknummer: 4536

(Typ bay 2`2`T26,2)

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Ablieferung:

29.07.1918

Endabnabnahme:

01.08.1918

Stationierungen:

Bw München I: 01.08.1918 - 15.05.1927

Bw München Hbf: 15.05.1927 - 13.01.1932

Bw Augsburg: 20.02.1932 - 15.06.1934

Bw München Hbf: 16.06.1934 - 26.06.1941

Bw Augsburg: 27.06.1941 - 16.02.1943

Bw Lindau: 17.02.1943 - 24.01.1944

Bw Augsburg: 25.01.1944 - 12.07.1949

Bw Neu Ulm: 13.07.1949 - 07.05.1950

Bw Augsburg: 08.05.1950 - 08.02.1955

Bw Lindau: 09.02.1955 - 24.03.1955

Bw Augsburg: 25.03.1955 - 09.11.1955

Bw Lindau: 10.11.1955 - 18.02.1957

Bw Augsburg: 08.04.1957 - 04.06.1958

Bw Ulm: 05.06.1958 - 14.07.1960

z-Stellung:

13.04.1959

Ausmusterung:

14.07.1960 (Bw Ulm)

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Stand:

März 2018

Eigentümer:

BEM - Bayerisches Eisenbahnmuseum e.V.

Standort:

86720 Nördlingen (im ehem. Bw, Am Hohen Weg 6)

Zustand / Status:

Betriebsfähige und vollständig erhaltene Museumslokomotive in gepflegtem Zustand (betriebsfähig von 1996 bis 2004, von 2010 bis 2014 und seit 2017). Die zukünftige Erhaltung der Lok kann als gesichert gelten.

Bemerkungen:

Die Lok besitzt den Rahmen der S3/6 "3645" und müsste daher eigentlich als S3/6 "3645" (oder 18 422) beschriftet sein. Um nach dem Kriegsende 1919 die gut erhaltenen Lokomotiven nicht als Reparation an die Siegermächte abgeben zu müssen, wurden an einigen Maschinen die Nummern getauscht. An die Lok ist der Tender der S 3/6 "3646" gekuppelt.

Die Lok wurde nach ihrer Ausmusterung von dem schweizer Ingenieur Serge Lory erworben und am 5.Oktober 1966 nach Frauenfeld in die Schweiz überführt. Nach seinem Tod wechselte die Lok noch zweimal den Eigentümer, bis sie 1993 zunächst leihweise in den Bestand des BEM gelangte. Im November 1993 konnte die Lok nach Nördlingen überführt werden. Bis zum Mai 1994 wurde die Lok äußerlich aufgearbeitet und konnte somit pünktlich zum 25jährigen Vereinsjubiläum des BEM in Nördlingen präsentiert werden. Im April 1995 wurde mit der technischen Hauptuntersuchung zur Inbetriebnahme begonnen, welche nach 12 Monaten im Frühjahr 1996 mit der erfolgreichen Abnahme abgeschlossen werden konnte. Alle Arbeiten bis auf die Instandsetzung des Tenders (diese erfolgte in Meiningen) wurden in Nördlingen durchgeführt. Zum Abschluß der Arbeiten wurde die Lok mit einer laubgrünen Lackierung versehen. Am 29.März 1996 erfolgte die erste Probefahrt und vom 16. bis 27.Mai 1996 bespannte die Lok zusammen mit der 01 066 den Zug der "Märklin-Deutschland-Tour". Von August 2000 bis Februar 2003 trug die Lok eine königsblaue Lackierung, welche auf Initiative des Modelbahnherstellers Märklin aufgebracht wurde. Anläßlich des Jubiläums "75 Jahre Luxuszug Rheingold" wurde die königsblaue Lackierung im Februar 2003 durch eine dem Rheingoldzug entsprechende Lackierung (Farbgebung creme/violett) ersetzt. Diese Phantasielackierung trug die Lok bis in den August 2003 und erhielt danach (ab Ende August 2003) wieder die ursprüngliche (dunkelgrüne) Länderbahnlackierung. Die Einsatzfristen der Lok liefen am 10. April 2004 ab und die Lok wurde zunächst abgestellt. Nach intensiver Vorbereitung konnte im Sommer 2009 mit den Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme begonnen werden. Ziel war, die Lok im Eisenbahn-Jubiläumsjahr 2010 wieder unter Dampf zeigen zu können. In den darauf folgenden Monaten leistete das meist junge Team etwa 2500 Arbeitsstunden an Fahrwerk und Kessel der 92 Jahre alten Maschine, um alle nötigen Reparaturen termingerecht abschließen zu können. U.a. musste die gesamte Verkleidung des Stehkessels entfernt, schadhafte Stehbolzen gewechselt und neue Heiz- und Rauchrohre in den Kessel eingebaut werden. Seit dem 3.Juni 2010 ist die Lok wieder betriebsfähig. Wiederrum wurde die Hauptuntersuchung vom BEM komplett in Eigenregie am Standort Nördlingen durchgeführt. Die Untersuchung des Fahrwerks wurde mit Abnahmedatum 18.August 2010 abgeschlossen. Ende Mai 2014 lief die Kesselfrist der Lok ab, seither ist die Lok rollfähig im Bw Nördlingen abgestellt. Zum Auftakt des 100jährigen Geburtstags der Lokomotive wurde die Lok nach der Befundung des Kessels zu Beginn des Jahres 2016 nach Meiningen überführt. Dort erhielt die Lok neue Radreifen und kehrte im Frühjahr 2017 nach Nördlingen zurück. Nach der Erledigung unzähliger weiterer Arbeiten konnte die Lok im Rahmen eines Festaktes am 23.August 2017 feierlich wieder in Betrieb genommen werden.

Untersuchungen als Museumsfahrzeug:

MNLX 10.04.1996, MNLX 18.08.2010, MNLX 18.08.2017

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Quellen in Printmedien:

RuS 5/1972(5,B), EA 3/1990(159), em 2/1993(26ff,B), EK 2/1994(13), LR 2/1994(41f,B), em 4/1994(11,B), EK 6/1994(32ff,B), EK 10/1994(32f), EKAsp 1/1994(197), DS 6/1994(69), LRS 158/1995(102), em 11/1995(11), em 2/1996(10), EJ 3/1996(17ff,B), LM 3/1996(120,B), DS 4/1996(38,B), LM 4/1996(8ff,B), em 5/1996(8,B), EK 5/1996(56ff,B), EJ 7/1996(18f,B), EK 7/1996(29,B), em 7/1996(17ff,B), EK 9/1996(18,B), em 4/1997(21), EK 7/2000(28), EK 9/2000(23), em 10/2000(12,B), EK 11/2000(28,B), LRS 3/2001(69,B), EK 6/2001(34,B), LRS 3/2002(50f,B), EK 8/2002(26), DS 2/2003(107), EK 3/2003(27), EK 10/2003(24), em 10/2003(11,B), EK 11/2003(28,B), EK 2/2004(24), EK 5/2004(75ff,B), em 5/2004(12,B), LR 11/2004(35,B), LRS-HistTfzge 01/2008(8), EK 6/2009(60,B), EK 8/2009(26,B), EK 5/2010(38ff,B), EK 7/2010(31,B), LM 12/2013(21,B), EK 7/2014(27,B), LM 7/2014(22,B), EK 2/2015(24), EK 11/2017(44ff,B)

Andreas Braun: Bayerische S 3/6 - Die berühmte süddeutsche Vierzylinder-Verbundlok. Bahn-Baureihen 6 (GeraNova Zeitschriftenverlag, München 1996), S.43ff

Andreas Braun: "Die Fahrzeuge des Bayerischen Eisenbahnmuseums - Ein Führer durch die Sammlung" (Andreas Braun Verlag, München 1999, ISBN 3-925120-16-5)

Holger Graf, Andreas Braun und Carsten Wohlfahrt: Faszination Eisenbahn erleben - Führer durch die Fahrzeugsammlung des Bayerischen Eisenbahnmuseums (Druckerei und Verlag Steinmerier GmbH & Co KG, Deiningen 2014)

Quellen im Internet:

Informationen zur 18 478 auf der Seite des Bayerischen Eisenbahnmuseums

Das Lokportrait zur 18 478 als Film von Jan Heyden auf dem Internet-Videoportal YouTube

Weitere Bilder:

 

Erstellt am 20.10.2013, letzte Änderung am 04.04.2018

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